QUADjournal

Projekt: Yamaha Grizzly 700 (Teil 1)

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Seit Ende März gibt es beim Quadjournal ein neues Redaktionsmitglied. Eine Yamaha Grizzly 700 von Yamaha Motors aus Neuss. Nein, nicht geschenkt, sondern aus eigener Tasche bezahlt. Die Grizzly wird zukünftig nicht nur Transportaufgaben und die Funktion eines Verbindungsfahrzeuges bei Veranstaltungen die ich besuche übernehmen. Ihr Haupteinsatzgebiet wird die aktive Teilnahme an Wettbewerben sein, um die Eindrücke aus dem jeweiligen Renngeschehen intensiver in den Filmen zum Ausdruck bringen zu können. Weiterhin soll sie Versuchskaninchen für Zubehör und persönliche Umrüstungen spielen, die auch für andere ATV-Modelle intressant sein können. In Tagebuchform berichte ich zukünftig darüber.

Damit das Ganze aus der Wettbewerbssicht in einem übersichtlichen Rahmen bleibt, konzentriere ich mich auf zwei Rennserien. Zum einen die GCC von Baboons mit ihren sieben Läufen sowie die BQC 2008 mit vier Läufen. Daneben gibt es noch die Teilnahme an der Ardennenfahrt sowie das 12 Stundenrennen beim Endurance Day von Baboons rund um ”The Dome” des Tropical Island in Brandenburg. Neben der Rennteilnahme dient das Yamaha ATV auch als Tester für verschiedene Zubehörteile sowie persönliche Umrüstungen. Interessant sind hierbei die Ergebnisse in Form von: hat das Zubehör etwas gebracht oder eben nicht.

Warum meine persönliche Wahl auf die Yamaha Grizzly 700 fiel? Sie ist definitiv nicht das schnellste und stärkste ATV auf dem Markt. Das ist unbestritten. Doch als Journalist im ATV- und Quadbereich gefiel mir die neue Grizzly 700 seit ihrer Pressepräsentation auf Anhieb besonders gut. Die Fahrleistungen sind kontrollierbar, dabei ist die Grizzly nicht langsam mit ihrer Einspritzung und auch nicht Sprit verschwenderisch unterwegs. Die Servolenkung bringt bei langsamer wie schneller Fahrweise Ruhe in das Fahrverhalten des ATVs - unabhängig wie grob der Untergrund ist. Wartungsarbeiten sind unproblematisch ohne Computerunterstützung durchzuführen. Den Umbau für die Straße erhält das Quadjournal Redaktionsfahrzeug bei der Firma Zweirad Schatten in Geldern. Der Umbau bleibt bei allen Renn- und Veranstaltungsteilnahmen am Fahrzeug. Hier muss er beweisen, ob er was abkann.

WP_Daempfer.jpgDie Feuertaufe sollte die Grizzly beim ersten Lauf der German Cross Country in Tollwitz erleben. Für den Renneinsatz erhielt sie ein Fahrwerk der Firma WP-Suspension aus Holland. Die haben für 2008 zum ersten Mal eine Dämpferserie aufgelegt, die für alle gängigen ATVs abgestimmt ist. Inwieweit das auch in der tagtäglichen Praxis funktioniert soll nun die Grizzly mit mir als Piloten in den Rennserien herausfinden. Neben dem Fahrwerk gibt es aber noch ein paar Veränderungen, auf die ich persönlich Wert lege.

Fu__rastenvergleich.jpgDie originalen Fußrasten sind ziemlich klein gehalten. Nur etwas Schlamm auf dem Trittbrett und der Stiefel verliert den Halt auf den Rasten bei schneller Fahrt. Getauscht habe ich die kleinen Rasten gegen große aus dem Zubehörarsenal der Firma Fourtec in Simmertal. Mit ein paar Schweißpunkten und Schrauben für 3,- Euro aus dem Baumarkt sind die griffigen Fußrasten schnell angebracht. Und wie richtig der Tausch war, das zeigte der Einsatz in Tollwitz und bei der Ardennenfahrt. Fu__raste_in_Schlamm.jpgNicht nur dass ich bei dem Matsch auf der Strecke und dann unweigerlich auf den Trittbrettern immer Halt habe, nein auch die Gewichtsverlagerung fällt viel einfacher. Die neuen Rasten sind nämlich nicht nur mit groben Zähnen bewaffnet, sondern bringen durch ihre Höhe von ein paar Zentimetern einen Vorteil beim Abstoßen der Beine zum Verlagern des Körpergewichts.

Um dem Daumen während langer Etappen Erleichterung zu bringen habe ich die Feder aus der Daumengashalterung am Lenker entnommen (die drei Schrauben auf dem Daumengasdeckel entfernen, Feder entnehmen, fertig). Feder_Daumengas.jpgEine einfache Maßnahme mit großen Effekt. Die Daumenkraft, die jetzt aufzubringen ist, ist wesentlich geringer. Der Seilzug wird trotzdem durch die verbleibende Feder bei Gaswegnahme problemlos zurückgezogen.

Bei der Grizzly lässt sich die eingespritzte Menge Benzin per Displayeinstellung erhöhen. Damit das Mehr an Sprit auch ordentlich verbrennt braucht es ein Mehr an Luft. Gesagt getan. Ein paar Löcher in den Luftfilterkastendeckel. Fertig. Luftfilterkasten.jpgDer Bär spricht jetzt vor allem von unten heraus spontaner an. Beim GCC-Lauf in Tollwitz sollte sich dann auch zeigen, das der Schutz des Luftfilterkastens gegen Spritzwasser und Schlamm hervorragend konzipiert ist und das obwohl er bei meiner Grizzly wie ein Schweizer Käse aussieht. Nur ganz wenige Treffer - und die sind zu vernachlässigen - haben den Luftfilterschaumstoff erreicht. Und wer in Tollwitz dabei war, weiß durch welche Schlammlöcher (eigentlich sollte man Schlammlandschaften sagen) es bei dem Rundkurs ging. Luftfilter_mit_Spritzern.jpg