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XP 850-Tagebucheintrag 2

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Das erste GCC-Rennen in Tollwitz ist Geschichte. Und diese Geschichte nahm für unsere XP 850 ESP im Testeinsatz ein gutes Ende. Wir haben viel mit ihr probiert. Und werden es auch zukünftig tun. Doch der Reihe nach.

Foto: Svenja Nerjes

 

Eines der Hauptziele an dem “Umbau” der XP für den GCC-Einsatz war es so viel als möglich an Gewicht einzusparen. Das massivste Teil, an dem wir abspecken konnten war die Batterie. Knapp 10 kg wiegt das Original. Der Ersatz von Keszler Top Brands nur ganze 3,5 kg. Leider gibt es bei der XP kein Batteriefach, so wie man es aus manch anderem ATV kennt. Polaris verwendet eine gelöcherte Metallplatte auf der die Batterie steht - ohne Gummiunterlage. Lediglich ein Bügel und eine Schraube pressen die Batterie auf ihr fest. Den Wunsch das doch zu ändern haben wir bereits nach USA weitergegeben.

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Bild: Kleine, leichtere Batterie bringt über 6 kg Gewichtseinsparung

Doch das löste nicht unser akutes Problem eine wesentlich kleinere Batterie auf der Platte befestigen zu müssen. Stichwort Improvisation. Und einen Tag vor Abfahrt nach Tollwitz blieb auch gar nichts anderes übrig. Ein gerissener Spanngurt wird um ein weiteres Stück gekürzt und bolzt mit seiner Haltekraft nun die neue Batterie (hoffentlich) rutschsicher fest. Testen vor dem Rennen war nicht mehr möglich. Deshalb haben wir zur Sicherheit noch zwei Schlauchschellen um die Batterie herum angebracht. Denn ein Supergau wäre es gewesen, wenn sich die Batterie während dem Rennen verselbstständigt hätte. Hat sie aber nicht. Eine Sichtkontrolle nach der Zieldurchfahrt zeigte, dass sie immer noch auf ihrem vorgesehenen Platz fest saß.

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Bild: Maxxis Big Horn Reifen beißen überall kräftig zu und sorgen für beste Traktion www.vbw-tires.de

 

Da es auf den Strecken, auf denen wir die XP bisher getestet haben keine Möglichkeit gab im Sand oder Kies - so wie in Tollwitz - zu fahren war es spannend zu sehen, wie sich die Maxxis Big Horns von VBW-Tires bewähren würden. Haben wir schon auf unseren lehmigen Übungsstrecken die enorme Traktionsverbesserung gegenüber den originalen Reifen gespürt und auch in den verbesserten Rundenzeiten deutlich messen können, so liefen die Horn’s auch auf dem Tollwitzer Rundkurs erste Sahne. Eigentlich ist der abgesteckte Kurs in der Sandgrube bei Tollwitz bei genauerem Hinsehen ein Mischmasch aus vielen verschiedenen Bodenzusammensetzungen. Im Start- und Zielbereich eine Mischung aus festem Sand mit Kiesanteil, in den Hängen mir ihren Auf und Ab’s dann reiner tiefer Sand, zwischendurch bis zur Schlammstelle, auch noch ein Berg aus faustgroßen Steinen, und zum Schluss noch ein Wiesenanteil mit kleinen Wellen auf Mutterboden. Den Horn’s war das aber, ziemlich wurscht. Sie garantierten sicheren Vortrieb in allen Lebenslagen.

Mein Vorsprung auf dem ersten Platz wäre ganze dreieinhalb Minuten vor dem Zweitplatzierten gewesen, wenn, ja wenn ein harter Schlag auf die linke vordere Felge dem Terrathon Originalreifen nicht ordentlich Luft gekostet hätte. Weiterfahren oder noch Radwechsel kurz vor dem Ende des Rennens, war jetzt die Frage. Ich entschied mich für den Boxenstopp, denn der Vorderreifen verlor mit jeder weiteren Bodenwelle mehr und mehr an Luft, bis er kurz vor der Zählstelle völlig platt war. Und dann kam das Erlebnis, das ich persönlich höher einschätze als auf dem Treppchen zu stehen. “Könnt ihr mir helfen”?, fragte ich in die Runde in der Boxengasse während ich noch auf den Plattfuß deutete. Ich hatte den Satz noch nicht ausgesprochen, war meine XP auch schon von wildfremden Menschen hochgebockt, ich reichte lediglich die 17er Nuss weiter und den Rest haben die anderen erledigt. Rad runter, neues drauf, Akkuschlagschrauber ballert 4 schrauben fest, aufsteigen und zurück ins Gewühl. Leute, man, das rührt an und besonders in einer solch dramatischen Situation während die anderen, denen man in der eineinviertel Stunde zuvor mühsam die Positionen abgeknöpft hat wieder an einem vorbeiziehen und man selbst tatenlos dabei zusehen muss. Mein Dank geht an alle, die ich bei der Aktion noch unter Adrenalin stehend erkannt (Kai) und eben leider nicht erkannt habe (z.B. Mann mit KTM-Jacke). Leute, ohne euch wäre das mit dem ersten Platz gründlich in die Hose gegangen. Und wie knapp das am Ende war habe ich dann einen Tag nach dem Rennen erst den Gesamtzeiten entnehmen können. Ganze 15 Sekunden trennten meinen ersten Platz vom Zweitplatzierten. Uff, das war knapp!

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Bild: TechnoFlex Dämpfer hinten www.technoflex.nl

 

Dass ich mit der XP 850 so wie ein Uhrwerk fahren konnte, lag maßgeblich am Fahrwerk von TechnoFlex. Trotz der wenigen Testzeit haben die Jungs aus Weert einen tollen Job gemacht. Wir sind zwar noch nicht im Optimum - und das wundert mich bei lediglich zwei Testfahrten eigentlich nicht wirklich - doch bereits jetzt zeigt sich, dass mit dem TechnoFlex Fahrwerk auch ein “XP-Panzer” wettbewerbsfähig gemacht werden kann. In den nächsten Wochen werde ich das Fahrwerk auf die kommenden GCC-Runden, die zum großen Teil auf Crossstrecken ausgetragen werden, weiter optimieren - vor allem die beiden hinteren Dämpfer. Das Potential dazu haben die TechnoFlex Dämpfer allemal.

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Bild: Einziger Defekt durch massiven Steinschlag in einer Kies-Sektion

 

 

Einige Clips der XP aus dem Rennen in Tollwitz:

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