QUADjournal

XP 850 - Tagebucheintrag 3

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Runde 2 zur German Cross Country in Walldorf. Erneut kann sich die Polaris XP 850 gegen eine starke Konkurrenz durchsetzen - auch wenn es viel Schweiß und Anstrengung gekostet hat.

Fotos: Sheila Lohmann, Kai Wendt

Nach dem ersten Rennen der GCC in Tollwitz war mir eines klar. Um schneller beim Start zu sein, musste ich die Motorstartprozedur mit Schlüssel drehen der Polaris pimpen. Dazu wurde ein eigener Startknopf am Lenker montiert, die Polaris-Kabelage entsprechend “umgeleitet” und voilà, der Start in Walldorf war gewonnen. Na ja, ganz so einfach war es natürlich nicht. Zeitgleich mit dem Meister aus 2008, Michael Krambehr, ging ich nach dem Le Mans Start in das Rennen ( Der schied leider mit gebrochener Nase nach einem Unfall aus dem Rennen aus - gute Besserung von hier aus!). Die XP konnte aber auf der langen Startgeraden ihre überlegenere Motorpower besonders gut ausspielen und Michael startete obendrein von der ungünstigeren Seite aus. Die erste Kurve und damit die Führungsposition gehörten so mir.

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Bild: Die XP 850 kann auf der langen Startgeraden in Walldorf ihre volle Motorkraft entfalten und den Start für sich entscheiden

Damit die Staubentwicklung in Grenzen blieb, wurde die Strecke in Walldorf vor den jeweiligen Starts gewässert. Nachteil: Schlammbildung. Da es gerade am Anfang des Rennens enger zuging und man dem jeweiligen Vordermann ziemlich dicht auf die Pelle rückte gab es die kostenlose Fangopackung gleich kiloweise zum Mitnehmen. War der Kühler des eigenen Quad oder ATVs nicht entsprechend geschützt, konnte es zu Temperaturproblemen für den Motor kommen, wie einige erfahren mussten. Die XP, so zeigte sich, war serienmäßig gut geschützt. Nur wenige Schlammtreffer erreichten den Kühler selbst. Für ein echtes Schlammrennen, siehe den Finallauf 2008 in Schefflenz, werde ich aber einen gesonderten Spritzschutz an der XP anbringen. Sicher ist sicher.

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Bild: In den ersten drei Runden war stellenweise noch viel Schlamm (die Spuren davon sind zum größten Teil schon wieder abgefallen) auf der Strecke…

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Bild: … der Polaris Kühler bekam aber nur wenig ab.

 

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Bild: Fasst Flexx Lenker mit viel Dämpfungskomfort für den Fahrer besonders bei zerbombten Pisten, Importeur www.rmx-racing.de/

Die Strecke in Walldorf besteht zur einen Hälfte aus einer Crosspiste, zur anderen Hälfte aus einem Wald- und Wiesenkurs. Für den Crossanteil habe ich die Technoflex Federung für den XP-Panzer beim Hersteller in Weert/Niederlande auf meine Wünsche nocheinmal neu abstimmen lassen. Und so flog es sich mit der Polaris auch ordentlich über die Tables beziehungsweise die Sprünge nach unten. Egal wie tief die Löcher auch im Wald waren, das Fahrwerk nahm es gelassen und ich konnte den Daumengasschieber bis hinten hin durchdrücken. Die XP lief durch ihre großen 14 Zoll Reifen und dem langen Radstand bei solcher Tortour sehr unkompliziert und sehr ruhig für den Piloten. Ein Plus an Komfort brachte dabei immer wieder der verbaute Flexx Lenker. Durch seine Konstruktion federt er zusätzlich Stöße in die Arme ab. Er ist kein absolutes Muss, doch je länger ein Rennen dauert - und ich schaue da schon in Richtung 12 Stunden Endurance Day in der Ironman Klasse - und je komfortabler man unterwegs ist desto besser für die Kondition am Ende. Ich zumindest möchte den Lenker nicht mehr missen.

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Bild: Links Profil des neuen Maxxis Bighorn 2.0, rechts bekannte Version des Bighorns. Das neue Profil ist etwas weiter ausgelegt und fällt obendrein schmäler aus. Der Reifen ist auch nicht mehr ganz so breit. So spart der 2.0er Bighorn gegenüber der herkömmlichen Version Gewicht, ohne jedoch an Widerstandskraft zu verlieren. Importeur: http://www.vbw-tires.de/

 

Die zweite Neuerung an der Polaris XP 850, nach dem Startknopf, war der Tausch der Reifen an der Vorderachse. Als etwas zu weich für den Wettbewerb hatten sich die Terrathon in Tollwitz erwiesen. Besonders bei Kurvenfahrten im Wettbewerb walken die originalen Reifen zu stark bzw. muss man sie dafür zu stark aufpumpen und verliert somit an Rollkomfort und Grip.

Um auch weiterhin mit möglichst wenig Gewicht unterwegs zu sein, dennoch aber ein griffiges Profil zum Einsatz zu bringen, habe ich mich für den Bighorn 2.0 vom Maxxis Importeur VBW-Tires aus Kiel entschieden - und nicht bereut. Der Reifen bringt zwar gegenüber dem Serienreifen pro Stück 700 Gramm mehr auf die Waage, doch der Grip bei schnellen Kurvenfahrten und vor allem beim Abbremsen ist wesentlich höher. Mit ein oder zwei Klicks an den vorderen Technoflex Dämpfern in der Highspeed Stufe war das Mehrgewicht der beiden Reifen im Renneinsatz locker ausgeglichen.

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Bild: Kleine Inspektion an der Hinterachse, Kontrolle der Bremsbeläge und Antriebswellen, Ersatz des Kunststoff-Unterfahrschutz hinten

Abschließend noch zum Ausgang in Walldorf. Über eine Stunde und 15 Minuten hatte ich Dirk Peter mit seiner Grizzly im Nacken. Konnte ich auf den längeren Geraden der Crosspiste, vor allem bergauf, immer wieder Abstand schinden, so war die Grizzly mit ihrem leichteren Gewicht in den teilweise eng gesteckten Wald- und Wiesenpassagen einfach wenidiger zu fahren. Eine Pattsituation. Im letzten Drittel des Rennens gelang es mir durch einige Überholmanöver ein paar Quadfahrer zwischen meinen Verfolger und mir zu bringen doch ein anderer Quadfahrer ließ mich eine Runde lang nicht vorbei. So konnte Dirk wieder aufholen und das Ganze ging von vorne los.

Nach einem kleinen Fahrfehler meinerseits ging die Grizzly an mir vorbei. Jetzt klebte ich am Heck und spielte Verfolger. Deutlich war in den Kurven zu sehen, das Dirk die Grizzly an die physischen Grenzen fuhr. Immer nur auf drei, manchmal auch nur auf zwei Rädern ging die Yamaha um die Ecken. Zu gut kenne ich das aus meinem letzten Jahr in der GCC. Die Polaris liegt da wesentlich gutmütiger und ich konnte eigentlich recht entspannt hinterherfahren zumal ein kleiner Gasstoß reichte um nach der Kurverei wieder aufzuschließen. Nach einem Sprung brach die linke Anriebswelle von Dirks Grizzly. Das war die endgültige Entscheidung. Ich konnte nach hartem und langem Fight auf Platz eins liegend durchs Ziel fahren. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich rund 50 Quad- und ATV-Fahrer von mehr als 80 Teilnehmern zeitlich hinter mir gelassen.

Froh bin ich über das Ergebnis auch in anderer Hinsicht. Trotz eines großen Gewichtsnachteils konnte ich mich mit der XP an der Spitze behaupten. Zum Zweiten ist die Polaris mit dem Technoflexfahrwerk auch auf einer Crosspiste mehr als gut unterwegs. Das lässt mich mit Zuversicht auf die dritte Runde der GCC in Sonneberg schauen. Ein Spaziergang wird das aber definitiv nicht. Ich hoffe auf schöne und weiterhin faire Zweikämpfe.

In den nächsten Wochen werde ich einige interessante Dinge auch bezüglich der Schutzausrüstung vorstellen. Besonders gespannt bin ich auf einen Helm aus den USA, der ein besseres Belüftungssystem für die vor uns liegenden (hoffentlich) wärmeren Tage haben soll. Also, bis zum nächsten Tagebucheintrag.